Auswirkungen durch die Erdölförderung, den Transport und Verbrauch auf die Umwelt

Bei der Suche und Förderung von Erdöl werden Wälder, Meerregionen, Ackerflächen und Gewässer beeinträchtigt. Neben auftretenden Boden- und Gewässerverschmutzungen bewirkt die Verbrennung von Öl die Freisetzung von Kohlendioxid in die Luft. Das Treibhausgas wirkt sich auf die Aufheizung des Klimas mit den bekannten Folgen gravierend aus. Durch die Einwirkungen auf die Ozonschicht wird dieser Schutz gegen die schädlichen UV-Strahlen verringert, wodurch verstärkt Hauterkrankungen entstehen können. Ein umweltpolitisches Umdenken mit dem Ziel der Einschränkung des Kohlendioxidverbrauchs zeichnet sich als Folge dieser Umweltbeeinträchtigung zunehmend ab. Erhebliche Umweltverschmutzungen mit erheblichen Schäden für die Wasserqualität und Tierwelt wurden bei der Förderung und dem Transport von Erdöl bisher verursacht.

Zahlreiche Unfälle, Kriege und Materialermüdungen verursachten bereits fatale Ölverschmutzungen

Undichte Anschlüsse und Leitungen in verschiedenen Meeresgebieten, Unglücke von Tankern oder Ölförderplattformen waren teilweise dramatisch. Dazu zählt beispielsweise das spektakuläre und folgenreiche Unglück im Golf von Mexiko im Jahre 2010 oder das Schiffsunglück des Tankers Amoco Cadiz vor der französischen Bretagne. Dabei sind auch die Auswirkungen auf die Fischerei und den Tourismus oftmals weitreichend. Zur Erschließung weiterer Fördergebiete erweitert die Ölindustrie ihren Aktionsradius bis in die arktischen Meere oder vor der westafrikanischen Küste. Dabei stellen Wassertiefen bis zu mehreren Tausend Metern aufgrund innovativer Technologien offenbar kein Hindernis für die Erdölförderung dar. Umweltschäden werden auch durch den Betrieb von Raffinerien verursacht. Durch die Ölentschwefelung gelangt Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Außerdem belasten die Abwässer von Erdölraffinerien Flüsse und Seen. Eine Vielzahl von Schadstoffen gelangt durch den erheblichen Verkehr auf Straßen und Gewässern. Die Entwicklung und Herstellung von Katalysatoren sowie von Elektromotoren durch die Automobilindustrie ist dabei ein Schritt in die richtige Richtung. Zu Benzin verarbeitetes Öl wird häufig als Gefahrgut mit Tankfahrzeugen über die Straße transportiert. Dabei können sich Verkehrsunfälle ebenfalls fatal auswirken. In Herborn raste im Jahre 1987 ein mit 35.000 Litern gefüllter Tanklaster aufgrund eines Bremsversagens in ein Café. Dabei kamen 5 Menschen in einem brennenden Inferno ums Leben. 38 Personen wurden verletzt. Die Explosions- und Brandgefahr ist einer der Hauptnachteile des Brennstoffes Benzin. Dies gilt auch für den Transport über die Schiene. Im November des Jahres 1997 ereignete sich in Elsterwerda ebenfalls durch Bremsversagen ein Unfall mit einer Lokomotive und 22 Kesselwagen. Bei dem einsetzenden Brand und den auftretenden Explosionen starben zwei Menschen. Durch Bohrunfälle, defekte Förderanlagen und Pipelines können erhebliche Boden-, Luft- und Gewässerverschmutzungen auftreten. Erdölanlagen können vor allem durch schwere Erdbeben besonders intensiv beschädigt werden. Innerhalb von Ortschaften, die sich in der Nähe von Flussufern befinden, passieren immer wieder Ölunfälle durch Hochwasser. Dabei werden Öltanks geflutet, wenn Wasser in die Kellerräume eindringt. Kleinere Verschmutzungen finden durch eine unsachgemäße Nutzung und Wartung von Öltanks in Kellerräumen statt. Neben den zahlreichen Unfällen und Materialermüdungen verursachen auch kriegerische Auseinandersetzungen Ölkatastrophen. Vor allem während der beiden Golfkriege ereigneten sich gravierende Umweltbelastungen durch brennendes oder auslaufendes Erdöl.

Erdgas gilt als sicherste Energie unter den fossilen Energieträgern, trotzdem ist Vorsicht geboten

Erdgas ist ein natürlich, in unterirdischen Lagerschichten vorkommendes Gasgemisch. Es besteht hauptsächlich aus Methan und ist hoch entzündlich und explosiv. Es wird als Energieträger zum Heizen im privaten und gewerblichen Bereich genutzt. Außerdem dient es der Stromerzeugung und liefert die Energie für spezielle Fahrzeuge. Erdgas gilt grundsätzlich als sicher. Unter den fossilen Energieträgern weist Erdgas die niedrigsten Raten für tödliche Unfälle auf, gefolgt von Erdöl und Kohle. Spektakuläre Gasexplosionen in Wohnhäusern zeugen von großer Zerstörungskraft und führen nicht selten zu beklagenswerten Opfern. Allerdings bilden diese Unfälle statistisch betrachtet eine große Ausnahme. Unfälle an Bohrlöchern bilden die Ausnahme. Ein gravierendes Unglück passierte allerdings im Dezember des Jahres 2003 in China. Bei einer Explosion auf dem Chuandongbei-Gasfeld traten anschließend hochgiftige Gase aus und forderten 191 Menschenleben. Beim unsachgemäßen Transport und Hantieren mit Gasflaschen passieren in Ausnahmefällen ebenfalls Unfälle. Die Transportfahrzeuge, die über eine solche Ladung verfügen, müssen nach der Gefahrgutverordnung entsprechende Kennzeichnungen vornehmen und Schutzvorkehrungen treffen. Trotzdem sind Unfälle auch hierbei nicht auszuschließen. Am 11. Juli 1978 geriet aufgrund eines geplatzten
Reifens ein mit 23 Tonnen Propylengas beladener Tanklastzug auf einer Nationalstraße nahe der spanischen Stadt Sant Carles außer Kontrolle. Dabei durchbrach das Fahrzeug eine Mauer und der Tank zerbrach. Ein großer Teil des Gases verflüchtigte sich über den angrenzenden Campingplatz Los Alfaques. Durch die betriebenen Gaskocher entstand eine riesige Explosion und Flammenwalze, wodurch 216 Urlauber den Tod fanden. Über 300 Menschen wurden schwer verletzt. Gelegentlich kommt es bei Tiefbauarbeiten vor, dass Gasleitungen durch Bagger beschädigt werden. Wichtig ist bei Ereignissen dieser Art, dass ein schnelles Abschalten an geeigneter Stelle erfolgt. In privaten und gewerblichen Gebäuden sollten Gasanlagen vor allem regelmäßig vom Fachmann gewartet werde. Veränderungen und Unregelmäßigkeiten gasbetriebener Einrichtungen sollten zeitnah den zuständigen Stellen gemeldet werden. Ein eigenmächtiges Hantieren sollte auf jeden Fall bis zum Eintreffen von Fachkräften unterbleiben. Beim Feststellen von Gasgeruch greifen die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen:

• Fenster und Türen öffnen
• Vorhandene Flammen oder angezündete Zigaretten löschen
• Absperreinrichtungen zudrehen oder Gaszufuhr an der Steckdose schließen
• Kein Streichholz oder Feuerzeug entzünden (gilt vor allem für Raucher!)
• Keine elektrischen Schalter oder Klingeln betätigen
• Gasversorgungsunternehmen verständigen (Nachbar, Telefonzelle)
• Gebäude je nach Situation verlassen

Ein umstrittenes Verfahren zur Erdgasförderung: Fracking

Mit Fracking wird ein Verfahren bezeichnet, mit dem sich Erdgas aus undurchlässigem Gestein lösen lässt. Da es sich dabei häufig um Tongesteine handelt, spricht man auch von Schiefergas. Das Gas wird als unkonventionelles Erdgas bezeichnet. In Nordamerika ist diese Methode bereits sehr verbreitet. Aufgrund der bekannten und auch durch unzureichende Forschung noch nicht bekannten Risiken heben viele Experten warnend ihre Stimmen. Bei den unkonventionellen Erdgas-Vorkommen befindet Erdgas in dichten, undurchlässigen Speichergesteinen. Daher müssen künstliche Austrittswege für das Gas geschaffen werden. Dies geschieht dadurch, dass über Bohrungen das Gestein mit hydraulischem Druck aufgebrochen („gefrackt“) wird. Vor dem Fracken wird erst einmal bis zu einer Tiefe von fünf Kilometern gebohrt. In der Folge werden waagerechte Gesteinsbohrungen durchgeführt. In die horizontale Bohrung wird anschließend mit einem sehr starken Druck ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und Keramikkügelchen im Verbund mit verschiedenen Chemikalien gepresst. Durch den Flüssigkeitsdruck wird das Gestein aufgesprengt und somit gasdurchlässig. Die eingebrachten Chemikalien und Festkörper sorgen dafür, dass diese Risse offen bleiben. Erstmals wurde dieses Verfahren im Jahre 1949 in den USA eingesetzt. Seit dem Jahre 2005 wird diese Fördermethode in Nordamerika in einem großen Umfang eingesetzt. Dieses Verfahren ist unter strengen Auflagen auch in Deutschland zulässig. In Deutschland ist Schiefergestein ab einer Tiefe von ungefähr 1000 Metern anzutreffen. Diese Abbaumethode ist politisch umstritten und viele Privatpersonen, Bürgerinitiativen und Verbände wehren sich dagegen.

Risiken durch Fracking

Eine Reihe von Umweltbeeinträchtigungen kann durch das Fracking-Verfahren eintreten. Mit dem Frackwasser kommen hinzugegebene Chemikalien mit toxischer Wirkung und zusätzlich bereits im Erdreich vorhandene Stoffe nach oben. Dadurch steht eine Verunreinigung des Trinkwassers zu befürchten. Gesundheitliche Gefahren können außerdem von dem verwendeten Quarzsand ausgehen. Durch den Bau und Betrieb der Anlagen zur Schiefergasnutzung werden Lärm- und Luftimmissionen oberhalb der Verträglichkeitswerte freigesetzt. Die Oberflächenbeschaffenheit der Böden wird in großen Bereichen verschlechtert. Zum Anlagenbetrieb ist ein sehr hoher Verbrauch der natürlichen Ressource Wasser unumgänglich. Das natürliche, biologische Gleichgewicht wird nachteilig verändert. Es können sich auch beträchtliche Absenkungen im Erdreich ergeben. Ebenfalls können durch Fracking Wertverluste für Gebäude entstehen. Nicht zuletzt steht die Schönheit von Landschaften auf dem Spiel. Problematisch ist auch die fachgerechte Entsorgung des Bohrschlamms, der in vielerlei Hinsicht Verunreinigungen aufweisen kann.

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